Professional Engineer – lokale Unterstützung im globalen Markt

Die fortschreitende Globalisierung der Wirtschaft ermöglicht es Unternehmen wie Müller & Sohn, im Bereich des Anlagenbaus, technologische Lösungen von höchster Qualität an nahezu jedem Ort der Welt zu realisieren. Zu den größten Herausforderungen zählt dabei die Einhaltung regionaler regulatorischer Anforderungen.

Anlagenbauer profitieren von den Möglichkeiten und Chancen globaler Märkte. Das gilt natürlich auch für uns als ausgewiesene Spezialisten im Bau von Bedienbühnen, Podesten und Maschinenunterkonstruktionen. Aktivitäten in der ganzen Welt gehören für Unternehmen wie Müller & Sohn längst zum Alltag. Liberalisierte Märkte und ein freier Warenverkehr haben maßgeblich zur weltweiten Attraktivität der Produkte aus Kall beigetragen. Die Befreiung der Märkte und die Beseitigung von Handelsschranken sorgen aber gleichzeitig für ein veritables Kuriosum: Die Präsenz auf den unterschiedlichen Märkten dieser Welt rückt den Umgang mit regionalen regulatorischen Anforderungen zunehmend in den Fokus der Unternehmen. Die Einhaltungörtlicher Gesetze, Regelungen und Bestimmungen zählt zu den größten Herausforderungen, die es zu bewältigen gilt. „Heute eine Anlage in Uruguay, morgen in Tansania und übermorgen in Kalifornien – regionale Regelwerke und Vorschriften berücksichtigen wir selbstverständlich“, verdeutlicht Geschäftsführer Thomas Müller die lokalen Herausforderungen globalisierterMärkte. Gefordert sind nicht nur präzise regionale Kenntnisse und ein Höchstmaß an Erfahrung, sondern auch eine große Stabilität in der Unternehmenssteuerung. Ein Blick über den Atlantik verdeutlicht die Komplexität der Aufgabe. Kalifornien: Spätestens seit dem 1987 erlassenen Clean Air Act mit dem Zero-EmissionProgramm ist die Konsequenz, mit der Vorschriften im Golden State umgesetzt werden, weltweit bekannt. Wer plant, im bevölkerungsreichsten Bundesstaat der Vereinigten Staaten ein Podest, eine Bedienbühne oder gar eine Maschinenunterkonstruktion zu errichten, der bekommt es mit den Behörden zu tun. Häufig, aber nicht immer, denn auch private Auftraggeber stellen vermehrt die Anforderung, dass Projekte unter Aufsicht abgewickelt werden müssen. Zur Durchsetzung der in Kalifornien gültigen Qualitätsstandards schreiben örtliche Auftraggeber häufig vor, dass ein sogenannter Professional Engineer (PE) verantwortlich zeichnet. Die Bezeichnung PE steht dabei für eine Lizenz, die Ingenieureunterschiedlicher Branchen erwerben können. Im Bereich des Civil Engineerings – vergleichbar mit dem deutschen Bauingenieurswesen – unterscheiden die kalifornischen Behörden beispielsweise zwischen den Bereichen Construction (Konstruktion) und Structural (Statik). PE-Lizenzinhaber sind demnach befähigt, Dokumente und Pläne mit ihrer Unterschrift und einem entsprechenden Siegel zu signieren. Dieses als PE-Stamp bezeichnete Siegel bescheinigt geplanten Baumaßnahmen gleichermaßen Kompetenz und Qualität. Für einen termingerechten Projektverlauf sind Stempel und Unterschrift von entscheidender Bedeutung – das Datum ebenfalls. Akribie ist Programm: Mit Datum, Stempel und Unterschrift auf jedem Dokument bestätigt der PE, dass alle Unterlagen vollständig, korrigiert und bereit für die Fertigung sind. Ausnahmen? Gibt es nicht.

Selbst „Zwischenunterlagen“ wie Entwürfe oder Pläne des Bauamts müssen die jeweilige Lizenznummer des Professional Engineers enthalten. Zusätzlich gefordert ist, dass die Dokumente Anmerkungen enthalten, aus denen der jeweilige Status wie zum Beispiel „vorläufig“, „nur zur Überprüfung“ oder „nichtzum Bau geeignet“ ersichtlich ist. Wo immer es möglich ist, arbeitet Müller & Sohn bei derartigen Aufträgen mit den Experten aus der jeweiligen Region zusammen. „Im Sinne einer stabilen Unternehmenssteuerung nutzen wir die Expertise vor Ort“, berichtet Müller. Um eine Lizenz zu erhalten, müssen Anwärter hohe Anforderungen erfüllen. Neben dem erfolgreichen US-BachelorAbschluss im Fach Ingenieurswissenschaften müssen Interessenten auf dem Weg zum PE im Rahmen eines sechsstündigen Examens (Fundamentals of Engineering) 110 Fragen erfolgreich beantworten. Anschließend gilt es, über einen Zeitraum von vier Jahren praktische Erfahrungen zu sammeln. Begleitet werden die praktischen Arbeiten von einem erfahrenen PE. Zum Abschluss erfolgt eine weitere schriftliche Prüfung im jeweiligen Spezialgebiet Construction oder Structural.

Vor diesem Hintergrund erscheint es unwirtschaftlich, einen eigenen Mitarbeiter vor Ort zum PE auszubilden. „Die Ausbildungsdauer und der dazu erforderliche Aufwand sind einfach zu hoch“, gibt Müller unumwunden zu. „Außerdem arbeiten wir mit den Experten vor Ort Hand in Hand. Es könnte nicht besser sein.“

 

 

09.10.2017