Eifeler Dach am Hamburger Jungfernstieg

Wer auf der „Hamburger Kö“ flaniert, tut dies jetzt unter einem Dach „made im Eifelland“. Die Kaller Firma Müller und Sohn Stahlbau war verantwortlich für den Bau der 450 Quadratmeter großen Konstruktion aus Stahl und Glas am Eingang der Europa-Passage, die am 5. Oktober eröffnet wird.

KALL. „Solch ein Objekt hatten wir bisher noch nie zu fertigen, so kompliziert und anspruchsvoll“, kommentiert einer der Juniorchefs von Stahlbau Müller, Josef Müller, den außergewöhnlichen Auftrag, der in bester Hamburger City-Lage an der Verbindung Mönckebergstraße / Jungfernstieg auszuführen war. Denn die Kaller Firma war es, die die Federführung für die Erstellung des „Haute volée- Vordachs“ für das neue Einkaufscenter, in dem 120 Geschäfte eingerichtet sind, innehatte.

Dass Eifeler Handwerker über die Region hinaus einen guten Ruf haben, haben die rund 50 Mitarbeiter von Stahlbau Müller schon häufiger festgestellt. Ausschreibungen, an denen die Firma teilnahm, gingen nicht selten zugunsten der Eifeler aus. Bauriese Hoch-Tief etwa weiß Stahlbau Müller als zuverlässigen Partner zu schätzen, was nun auch in Hamburg wieder zum Tragen kam. In der Eifel selbst, oft im Kölner Raum, aber auch bundesweit werden die Leistungen der traditionsreichen Firma geordert.

Gegründet wurde die Firma von Peter-Josef Müller 1848 in Blumenthal. 1980 wurde der Firmensitz nach Schleiden verlegt, 2002 ging es nach Kall ins Gewerbegebiet II. Peter-Josef Müller hätte sich wohl kaum träumen lassen, dass sein Betrieb über 150 Jahre erfolgreich bestehen würde und heute als „Müller und Sohn“ auf 3600 Quadratmetern Betriebsfläche in Kall für pfiffige Lösungen rund um den Stahlbau bekannt ist. Auch ein Standbein in London soll dauerhaft Realität werden.

Die Kompetenz der Firma liegt wohl auch in der der Chefs begründet. Josef Müller, der neben seinem Bruder Thomas und Vater Gregor die Geschicke lenkt, lernte den Beruf von der Pike auf. Nach Realschulabschluss und Handelsschule absolvierte er die Lehre als Schlosser, legte sein Fachabitur ab und studierte Stahlbauingenieurwesen in München. Nach seiner Meisterprüfung im Metallbau stieg er in die Firma des Vaters ein.


Kooperation der Eifeler Firmen

Kommt die Vorgabe eines Architekturbüros, wie jetzt beim Projekt „Europa-Passage“, setzt Stahlbau Müller die Ideen um. Und das war im Fall des Hamburger Nobeldachs selbst für die Fachleute äußerst knifflig. Doch alle zogen an einem Strang - die Mitarbeiter der Firma Müller und die Firmen Franzen (Holzheim), Schorn (Bergbuir) und Friedhelm Schumacher (Schmidtheim). „Nur durch die gute Kooperation konnte das Projekt gelingen“, so Müller. Zwar macht eine so große Herausforderung viel Spaß, doch ist so eine Aufgabe auch mit viel Stress verbunden. Josef Müller, verheiratet und Vater zweier kleiner Kinder, weiß als „Antistressmittel“ Laufen und Radfahren zu schätzen. Um komplett abzuschalten, packt er in diesen Tagen seinen Drahtesel und fährt den Jakobspilgerweg mit seinen 800 Kilometern bis Santiago de Compostella. Vielleicht braucht ja da auch jemand mal ein neues Vordach.

zurück